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Preisträger:innen 2026

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  • Beitrag veröffentlicht:13. September 2026
  • Lesedauer:8 Min. Lesezeit

In der Sektion REC for Kids

GOLDENER CLIP: FASSADE

von Andrina Wegener, Smilla Scattareggia

Schon der Titel „FASSADE“ ist toll gewählt. Die großen Fragen der Pubertät von Zugehörigkeit und Identität, aber auch Handynutzung und Freundschaft werden schnörkellos und klar erzählt – und das fast ohne Sprache. Das faszinierende Gebäude spiegelt das Thema filmisch klug. Auch handwerklich hat uns der Film sehr beeindruckt – Bildgestaltung, Musik und Schnitt bleiben im Gedächtnis. Nicht zuletzt seine großartige Hauptdarstellerin macht „Fassade“ zu einem wirklichen Seherlebnis!

GOLDENER CLIP: BLICK INS MEER

von Cornelius, Matthias & Anja Schwarz

Dieser Film erzählt auf eine fantasievolle Weise eine Reise, die mit dem Blick aufs Meer beginnt und mit einem tiefen Blick ins Meer zu Ende geht. Ein Fischer am Strand, Seerobben, Muscheln, Möwen und ein Boot. Mit dem ausgeworfenen Angelhaken erkunden wir eine bunte Unterwasserwelt aus Nudelkorallen, Papier,- Knet- und Zangenfischen, Schildkröten und Seepferdchen. Von den Tiefen in die Untiefen zu einem überraschenden Ende. Dem jungen Filmteam ist es gelungen, das wichtige Thema Umweltverschmutzung ideenreich und kreativ mit der Vielfalt der Trickfilmkunst sichtbar zu machen.

SILBERNER CLIP: DIVISION ZERO

von Dorian Benbassat

Alles, was wir tun, steht unter Beobachtung. Der Vogel ist kein Vogel. Tag für Tag in einer nicht enden wollende Dystopie. Leben für die Arbeit, die wenig sinnvoll scheint. Nur für einen Augenblick will die Protagonistin des Films den Kreislauf durchbrechen und entzündet die Königskarte. Damit ist das Spiel für sie vorbei und der Zugang zur Arbeit bleibt zukünftig verwehrt. Der Automat spuckt den Joker aus, der eine Möglichkeit bedeuten könnte. Der Film überzeugt mit starken Bildkompositionen, einer klaustrophobische Szenerie und einer gewaltigen Bildsprache.

MEDIENPÄDAGOGISCHER CLIP: TRAUMPOST

von Crossfade TV

Ein Postbote überbringt ein Paket und lädt uns so ein, die Träume von 28 jungen Menschen zu erleben. Träume von schnellen Autos, großen Sportkarrieren, Pferden, Königinnen und Schweinechauffeuren. Oder den fantastischen Traum, Zeit zu haben, alle Nasen anzufassen! Uns haben die vielfältigen Ideen, die spielfreudigen Protagonist:innen und die liebevolle Machart von „Traumpost“ verzaubert. Sehr berührend ist die universelle Bedeutung von Träumen für alle Menschen. Außerdem haben wir bewundert, wie konsequent hier aus der Erlebniswelt der jungen Menschen erzählt wird.

LOBENDE ERWÄHNUNG: MONSTER DER UMBRÜCHE

von Freizeittreff Die Insel

Wer kennt sie nicht, die Umbruchsmonster, die immer dann auftauchen, wenn sich im Leben etwas verändert. In diesem Film begeben sich die jungen Forscherinnen und Forscher mutig in ein Horrorhaus, um Bob, den Kindheitsfresser, das Zweigesichter-Monster, Wurmi, das Nicht-drüber-reden-Monster, das Freundefresser-Monster und das Pubertät-Monster Moody zu besiegen. Auf kreative und authentische Weise ist ihnen gelungen, Umbrüchen und Ängsten ein Gesicht zu geben und ihnen entgegenzutreten: Mach doch mal das Licht an!

LOBENDE ERWÄHNUNG: DAS WAR DOCH ALLES GANZ ANDERS

von ZEBRASTREIFEN

Wir sind mitgerissen worden von dem sichtbaren Spaß, den dieser Film versprüht. Die große Spielfreude der jungen Darsteller:innen, die vielen witzigen Details am Abendbrottisch und die guten Beobachtungen zum Thema Familie haben uns super unterhalten. Aber auch das mitschwingende Thema von „Das war doch alles ganz anders“ hat uns berührt: Wir alle nehmen die Welt zwar anders wahr, aber können gleichzeitig eine gute Gemeinschaft sein. Die große Wärme und Empathie, die nicht nur in den Outtakes zu sehen ist, macht Lust aufs Filme machen. Und jetzt gebt endlich dem Opa sein Brot!

LOBENDE ERWÄHNUNG: TEDDY

von Alexander Pahlke

Eine sehr besondere Perspektive auf das Thema Trennung nimmt der Film „TEDDY“ ein. Hier erzählt ein Kuscheltier sehr pur von der Vertrautheit und Geborgenheit einer besonderen Freundschaft bis zu dem Moment, in dem sich Max’ Welt durch die Trennung seiner Eltern verändert. Was der Teddy zunächst nicht versteht, wird für uns umso spürbarer: Max lebt nun zwischen zwei Zuhausen. Neben allem handwerklichen und technischem Können, möchten wir besonders den Mut auszeichnen, diese Geschichte zwischen einem Teddy und einem Jungen so gefühlvoll zu erzählen.

LOBENDE ERWÄHNUNG: ESCAPING MARIUPOL WITH MY FAMILY AND MY CAT

von Alona Zahreba

Dieser Film nimmt uns mit in den Alltag eines jungen Mädchens im Ukraine-Krieg in Mariupol. Über mehrere Jahre hält sie mit ihrer Kamera fest, was es bedeutet, wenn das Vertraute plötzlich zerbricht: Angst, Flucht, Verlust und – im Mittelpunkt – die Sorge um ihre Katze. Ihre eigene Stimme führt uns durch die Aufnahmen und verbindet die einzelnen Momente zu einer persönlichen Geschichte. Gerade in dieser Perspektive wird die ganze Zerbrechlichkeit des Lebens spürbar. Mit ihrem Film möchte sie die Welt verändern und erinnert uns daran, dass hinter jeder Nachricht Menschen stehen.

Preisträger:innen

In der Sektion REC for Youth

GOLDENER CLIP: YOU CAN, IF YOU WANT

von Romain Oelhoffen

Ein Abendessen unter Freunden. Die ungezwungene Atmosphäre gerät ins Wanken, als die drei beginnen, ihre Zukunftspläne zu vergleichen. Warum glaubt Paul, der Filmstudent, dass er der Arbeitslosigkeit nicht entkommen kann, und wird Tom, der BWL-Student, von seiner wohlhabenden Familie abgeschirmt? Aber kann nicht jeder Erfolg haben, wenn er es nur stark genug will? Es entfaltet sich ein spannendes Drama, das seine Figuren meisterhaft in einen Konflikt um Klasse und Identität treibt. Trotz des rasanten Tempos porträtiert Romain Oelhoffen seine Figuren mit großer Präzision. „Man muss es wirklich im Bauch spüren“, sagt das Filmteam auf der Bühne, und genau das gelingt dem Film.

GOLDENER CLIP: MEMORIA DULCIS AMORIS

von Vildan Biyik, Sasha Dress, Mané Kaprielian

Die Sehnsucht nach einem anderen Menschen kann uns völlig vereinnahmen. Eine Trennung kann so schmerzhaft sein, dass Worte allein nicht ausreichen, um sie zu beschreiben: MEMORIA DULCIS AMORIS lässt uns dieses Gefühl in vollem Umfang erleben, indem es verschiedene Kunstformen miteinander verbindet: Musik, Text und Tanz, die gekonnt zu einem Film verwoben sind. Mit seinem gut gewählten Schnittrhythmus führt uns der Film durch alle Facetten des Liebeskummers. Der Film lässt uns diese Emotionen spüren, anstatt sie zu rationalisieren, und erinnert uns daran, wie universell diese Erfahrung ist. Das Ergebnis ist ein von Herzen kommendes Werk, das uns mit seiner Ehrlichkeit und Verletzlichkeit verzaubert hat.

SILBERNER CLIP: HOLZLÄUFER

von Philipp Krautschick

Mit dumpfen unnachlässigen Schlägen etabliert Philipp Krautschick seinen heimlichen Protagonisten: Einen Baum, der sich zu wehren scheint. Stetig schleichen sich seine Wurzeln in die Ecken der Maschine, die ihn wie ein Parasit ausbeutet. Eine originelle Prämisse, detailgenau ausgestaltet. Beeindruckende Einstellungen führen uns mit großer Ruhe durch dystopische Landschaften und spielen dabei kunstvoll mit dem Maßstab einer uns bekannten Realität. Ohne didaktisch zu werden, stellt der Film seinem Publikum die Frage, wie weit auch unsere Maschine noch laufen kann, bis alles zusammenbricht.

DOKU-CLIP: BASIMA – OUR THREADS OF LIFE

von Farah Nosshi

Die Filmemacherin kehrt zurück an den Ort ihrer Kindheit. Ihre Neugierde und ihre Fragen über Chancengleichheit sind der Motor dieses Films. Bei ihrer Reise trifft sie auf Basima, eine Teppichweberin aus Kairo. Die Handyaufnahmen und die spürbare Anwesenheit der Filmemacherin lassen uns Basimas Alltag hautnah miterleben. Was die Filmemacherin und die Protagonistin dabei verbindet, ist viel mehr als nur ein geteilter Lebensabschnitt. Es ist das feine Gespür für ihre Umwelt und der Drang, diese in Geschichten festzuhalten. Wir freuen uns, in Zukunft mehr von dieser Filmemacherin zu sehen.

LOBENDE ERWÄHNUNG: NO PRESSURE HEALING

von Linua Land

Es ist nicht leicht, diesen Film anzusehen. Durch seine präzise Gestaltung auf Bild- und Tonebene lässt er uns keine Wahl, außer das Erleben seines Protagonisten hautnah mitzufühlen. Wir werden Teil einer Reise, eines Wunsches, eine vergangene Erfahrung von sich abzugrenzen. Dabei schreckt der Film nicht vor einer komplexen Darstellung von Trauma zurück, die von Widersprüchen und Rückschlägen geprägt ist. Besonders das Ende hallt nach. Es zeigt, dass Heilung möglich wird, wenn wir Menschen begegnen, die es schon vor uns geschafft haben.

LOBENDE ERWÄHNUNG: AMUÑECADA

von Toni Albrecht

Es ist die Leidenschaft für das künstlerische Handwerk und das Zusammenspiel zwischen der echten und der geschaffenen Welt, die uns auf eine ganz fantastische Art Zutritt zu einem universellen Gefühl gewähren. Feinfühlig begleiten wir die Protagonistin bei ihrem Prozess der Trauerverarbeitung, bei dem das Puppenspiel Sinnbild für die Angst des Loslassens wird. Der Film überzeugt neben seiner originellen handwerklichen Umsetzung vor allem durch seinen zärtlichen Umgang mit seinen drei Protagonist:innen.

LOBENDE ERWÄHNUNG: VOLL VERTRÄUMT

von Reyk Appenzeller

Das Erlebte schleicht sich in unser Unterbewusstsein. Der Unterschied zwischen Traum und Albtraum kann manchmal ganz klein sein. Dem Protagonisten dieses Films fällt es schwer, einzuschlafen, und seine Träume werden immer verrückter. Eine aufwändige Knetanimation, bei der Intuition über Logik steht, nimmt uns mit auf diese haptische Traumreise. Mit detailverliebter Genauigkeit entstehen Szenerien aus Knete und Licht. Nichts ist, wie es scheint. Alles wandelt und formt sich und zeigt uns nicht nur die vielfältigen Möglichkeiten der Knetanimation, sondern auch der menschlichen Vorstellungskraft.

Preisträger:innen

Im Wettbewerb der Partnerstädte von Tempelhof-Schöneberg von Berlin

PARTNERSTÄDTE-CLIP: GLOW

von Louis Grandt

aus der Partnerstadt Wuppertal, Deutschland

Wie kann man einen Zustand, der kaum erklärbar scheint und auf Gefühlen und Gedanken basiert beschreiben, ohne Worte zu benutzen? Diese Frage sollten wir Lou Grandt stellen. Denn sie schafft es, das Thema Eskapismus mit ihrem Mix aus Realfilm und unglaublich beeindruckenden, handgemachten Animationen so nahe zu bringen, dass man versteht. GLOW schafft es, allein durch Bildsprache eine Aussage ins Herz zu schleusen, das ist Kino!

PARTNERSTÄDTE-CLIP: CYCLUS

von Mila Banis

aus der Partnerstadt Amstelveen, Niederlande

Marit bleibt eher für sich, doch ihre Eltern drängen sie nach dem Umzug, neue soziale Kontakte zu knüpfen. Da lernt sie Samuel kennen. Ein echt lieber Kerl. Doch da ist noch etwas in dieser neuen Wohnung, eine Kassette. Auf dem Band hat Lisa, die ehemalige Bewohnerin des Hauses, ihr Tagebuch eingesprochen. Lisa erzählt von dem Verlauf der Beziehung zu ihrem Freund. In diesem subtilen Psychothriller beleuchtet Mila Banis die Komplexität toxischer Beziehungen und deren Auswirkungen so überzeugend und beunruhigend, dass man ihr einfach nur Respekt zollen muss. Ein wichtiges Thema, wunderbar dargestellt – danke, Mila!